Als Kleinanleger vom Immobilienboom profitieren

In den deutschen Großstädten klettern die Immobilienpreise immer weiter nach oben. Selbst eine eher bescheidene Wohnung ist für einen Normalverdiener kaum noch finanzierbar. Wer eine Immobilie erwirbt, muss seine gesamten Rücklagen einsetzen und sich zudem noch hoch verschulden. Per Crowdinvesting soll es nun auch Kleinanlegern möglich sein, vom Immobilienboom in den deutschen Städten zu profitieren. Entsprechende Anlagen gibt es bei mehreren Anbietern, welche Renditen von mehr als 6 Prozent jährlich versprechen. Doch taugen solche Modelle wirklich und welche Möglichkeiten bieten der Immobilienmarkt noch, ohne dabei ein unkalkulierbares finanzielles Risiko einzugehen?

Crowdinvesting verspricht hohe Gewinne
Das Angebot klingt auf den ersten Blick nicht schlecht. Eine jährliche Rendite von 6,5 Prozent bei einer geringen Mindestanlage ab 500 Euro. Geworben wird damit für eine 6,8 Millionen Euro teure Immobile mit 16 Wohnungen nahe Düsseldorf. Per Crowdinvesting sollen innerhalb von drei Monaten 750.000 Euro eingesammelt werden. Die restliche Finanzierung läuft über Eigenkapital und Bankkredite.

Bei genauerer Betrachtung sind solche Angebote jedoch eher fragwürdig. Da es sich hierbei um sogenannte Nachrangdarlehen handelt, erwirbt der Investor kein Besitzrecht an der Immobilie. Kommt es zu einer Pleite werden zunächst die Forderungen der Bank bedient, sodass Anleger am Ende leer ausgehen könnten. Verbraucherschützer sehen solche Modelle deshalb kritisch.

Anlage in geschlossene Immobilienfonds
Oftmals noch höher ist das Risiko beim Einstieg in einen geschlossenen Immobilienfonds. Hier werden Investoren tatsächlich Miteigentümer der Immobile, zumeist einem großen Gewerbeobjekt wie ein Hotel oder Bürokomplex. Ist genügend Kapital vorhanden wird der Fonds geschlossen. Offene Immobilienfonds erfordern in der Regel eine hohe Mindesteinlage von 10.000 Euro und mehr. Werden die im Fonds enthaltenen Immobilien gewinnbringend verkauft, können Anleger mit einer hohen Rendite davon profitieren. Bei einem Scheitern muss dieser jedoch mit seiner gesamten Einlage haften. Dies war in den letzten Jahren immer wieder der Fall. Zu den weiteren Nachteilen von geschlossenen Immobilienfonds gehört die geringe Flexibilität. Einmal eingezahlt muss der Anleger seine Anteile bis zum Ende der Laufzeit halten.

Offene Immobilienfonds für Kleinanleger besser geeignet
Für private Anleger sind offene Immobilienfonds zumeist die deutlich bessere Alternative. Hier ist der Einstieg bereits mit kleinen Beträgen möglich und die Risiken sind deutlich breiter gestreut. Große Fonds investieren in dutzende von Immobilien gleichzeitig. Benötigt wird hierfür lediglich ein entsprechendes Depot. Die besten Anbieter finden sich dabei mit einem BrokerVergleich.

Ein kleiner Nachteil dabei ist, dass Anleger oftmals nicht wissen, in welche Immobilien genau investiert wird. Zwar sind die einzelnen Objekte in der Regel aufgelistet, der Fondsmananger kann jedoch jederzeit kaufen und verkaufen. In den letzten Jahren sind auch einige offene Fonds in Verruf geraten, die Gesamtentwicklung verläuft jedoch überwiegend positiv. Die möglichen Renditen lagen zuletzt bei rund 2 bis 3 Prozent jährlich. Dies ist durchaus beachtlich, wenn man bedenkt, dass es für Festgeld oftmals weniger als ein Prozent gibt.

Indirektes Investment in Aktien
Neben Immobilien gibt es auch bei Aktien aktuell einen echten Boom. Wer von beiden Entwicklungen profitieren möchte, kann beispielsweise in Wertpapiere der großen Immobiliengesellschaften investieren. In Deutschland wären dies beispielsweise Deutsche Wohnen, Gagfah oder Patrizia Immobilien. Die Wertentwicklung der Aktien lag in den vergangenen Jahren über der des DAX. So hat sich beispielsweise der Wert der Patrizia Aktie seit 2010 versiebenfacht. Allerdings unterliegt der Aktienmarkt mitunter starken Schwankungen. Verläuft die Gesamtentwicklung negativ sind hiervon auch Unternehmen betroffen, welche in erstklassige Immobilien investiert haben.

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