Das Haus der Zukunft von innen

Technik und Computer sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Und auch im Inneren unserer Häuser werden wir in der Zukunft immer mehr technische Erneuerungen finden. Das intelligente Haus der Zukunft denkt für seinen Bewohner mit, schaltet zum Beispiel die Waschmaschine dann ein, wenn der Strompreis niedrig ist oder verdunkelt automatisch die Fenster, wenn die Sonne blendet – mit welchen innovativen Technik-Trends Sie in der Zukunft rechnen können, zeigen wir Ihnen hier.

Das Schlafzimmer der Zukunft

Bereits im Jahr 2007 stellte Microsoft-Gründer Bill Gates auf der jährlich stattfindenden Consumer Electronics Show in Las Vegas ein „digitales Schlafzimmer“ mit riesigen Bildschirmwänden vor, an die PCs, Spielekonsolen, Musikplayer und mehr angeschlossen werden können. Doch auch praktische und zeitsparende Neuerungen gibt es auf dem Markt, wie zum Beispiel das Bett einer spanischen Firma, das Ihnen das Bettenmachen erspart – indem es sich einfach selbst macht.
Aber auch ganz ohne technische Erneuerungen lässt sich im Schlafzimmer ein neuer Trend beobachten, weg von einem reinen Ort zum Schlafen, in dem man die meiste Zeit mit geschlossenen Augen verbringt hin zu einem Wohlfühl- und Rückzugsort mit Wellnessfaktor. Vor allem Boxspringbetten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Sie werden auch amerikanische oder Continental-Betten genannt und sind breiter und höher als europäische Betten und haben statt eines Lattenrostes ein Sprungfedersystem. Dadurch sind sie nicht nur bequem, sondern auch gesund und gut für den Rücken und sorgen dafür, dass die Wirbelsäule immer anatomisch optimal gestützt wird.

Das Badezimmer der Zukunft

Dieser Trend zur Wellness- und Wohlfühloase in den eigenen vier Wänden setzt sich im Badezimmer fort. Längst schon ist das Badezimmer mehr als nur die Nasszelle zum Duschen. Ein Bildschirm im Badezimmerspiegel informiert bereits morgens über die Verkehrslage auf dem Weg zur Arbeit, ein Lautsprecher erinnert ans Zähneputzen und Rasieren und die Dusche merkt sich die bevorzugte Wassertemperatur.
Auch Toiletten mit einem integrierten Geruchsfilter und Modelle mit Nachtlicht zur besseren Orientierung sind auf dem Markt erhältlich. Die Technik-Trends im Badezimmer berücksichtigen aber auch den demographischen Wandel in der Gesellschaft. So muss man sich nicht mehr über die Wanne beugen, um den Wasserhahn aufzudrehen, der Toilettensitz hebt und senkt sich automatisch, ein Computer erinnert per Lautsprecher an die Medikamenteneinnahme und spezielle Sensoren unter den Fliesen lösen einen Alarm aus, wenn jemand stürzt. So können gerade ältere Leute länger mehr Selbstständigkeit im wohl intimsten und privatesten Raum des Hauses genießen.

Die Küche der Zukunft

Kein Raum bietet sich so für innovative Technik an wie die Küche. So haben Forscher am Max Rubner-Institut in Karlsruhe beispielsweise einen Lichtschrank entwickelt, in dem Lebensmittel länger frisch bleiben. Sie haben mit verschiedenen Lichtfarben experimentiert und fanden heraus, dass blaues Licht das Wachstum von Schimmelpilzen hemmt und zu ihrem Absterben führt. Bei dem Licht handelt es sich nicht um schädliche UV-Strahlung, sondern um einfache blaue LEDs mit einer Wellenlänge von 450 Nanometern. Lebensmittel wie Brot, Obst und Gemüse bleiben in diesem Licht deutlich länger frisch, da bis zu 80 % der Pilzsporen allein durch das Licht zerstört werden. Noch ist der Lichtschrank nicht in der Serienreife angekommen, aber wenn er sich in der Praxis bewährt, wird er einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen das Verderben von Lebensmitteln leisten.
Auch ein Backofen, der automatisch den richtigen Garpunkt erkennt und so keine Pizza mehr anbrennen lässt, ist längst keine Zukunftsmusik mehr. Alles was der Mensch noch machen muss, ist an einem Bedienfeld die Art des Garguts auszuwählen, zum Beispiel Pizza, Kuchen oder Braten und der Backofen erfasst mit einem Sensor, was sich in seinem Inneren befindet und stellt Temperatur und Garzeit darauf ein. Am Ende des Garvorgangs schaltet er sich selbstständig aus. Die intelligenten Backöfen sind bereits auf dem Markt erhältlich.
Forscher am Heinrich-Hertz-Institut in Berlin arbeiten an einer sogenannten berührungslosen Küche, die sich komplett über einen zentralen Bildschirm steuern lässt. Infrarot-Sensoren über dem Bildschirm erkennen die Handbewegungen und so lässt sich beispielsweise ein Mauszeiger bewegen, Licht und Ofen lassen sich einschalten oder ein Kochbuch kann aufgerufen und mit Handbewegungen vor dem Bildschirm umgeblättert werden. Die berührungslose Küche gibt es zur Zeit nur einmal auf der Welt und sie befindet sich noch im Versuchsstadium. Die Serienreife dürfte noch auf sich warten lassen.

Das Wohnzimmer der Zukunft

Der technische Fortschritt macht natürlich auch vor dem Wohnzimmer nicht Halt. Vor allem die Unterhaltungselektronik ist im Wohnzimmer auf dem Vormarsch. An erster Stelle steht hier die Vernetzung. Verschiedene Geräte wie CD und DVD Player und Datenträger werden schon bald nicht mehr nötig sein, stattdessen werden alle Inhalte in einer Cloud gespeichert und per Smartphone, Laptop oder Computer angesteuert und neue Codierungsverfahren und Dateiformate sorgen dafür, dass die Inhalte, egal ob Musik oder Filme oder Bilder auf einem Abspielgerät drahtlos wiedergegeben werden können. Die neue Audiocodierung HD-AAC bietet optimale Klangqualität bei drahtloser Wiedergabe und auch im Videobereich wird sich mit 180° Darstellungen einiges verändern. Auch das Fernehen wird sich verändern – zum Smart TV. Der Fernsehen von morgen bietet Internetzugang, Apps, Video- und Musikstreaming und das drahtlose Abspielen von Inhalten, die sich auf dem Smartphone, Tablet oder Laptop befinden.

Das intelligente Haus

Das intelligente Haus bringt all diese Technik-Innovationen und mehr zusammen. Per Smartphone lassen sich von überall Lichter an und aus schalten, Jalousien können geschlossen und geöffnet werden. Der Kühlschrank ordert selbstständig die Milch nach, wenn sie alle ist und nicht nur das, im Notfall denkt das intelligente Haus selbst mit und greift ein, indem es beispielsweise den vergessenen Herd ausschaltet. Aber das intelligente Haus ist weit mehr als nur technische Spielerei. Heizung, Beleuchtung und Belüftung sind untereinander vernetzt und kommunizieren miteinander und bieten so eine energieeffiziente Nutzung, die bei manueller Schaltung nicht möglich wäre. Lässt man beispielsweise aus Versehen ein Fenster offen stehen, regelt sich automatisch die Heizung herunter. Auch erkennt es, wer sich gerade im Haus befindet und stellt die Heizung selbständig auf die gewünschte „Wohlfühltemperatur“.
Vieles was heute noch nach Zukunftsmusik klingt, wird künftig normaler Alltag sein, so wie es heute Smartphones, Tablet Computer und das Internet sind, die man sich in den 1980er Jahren kaum im Alltag vorstellen konnte. Einiges wird sich durchsetzen, anderes nicht, aber so oder so: Die Zukunft bleibt spannend.

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