Archiv für den Monat: März 2015

Altes Haus kaufen – So geht’s ohne Probleme

Nicht jeder möchte bauen oder einen Neubau kaufen, oftmals ist es auch gerade der Charme eines alten Hauses, der einen verzaubert und dazu bewegt, gerade dieses Haus zu seinem neuen Zuhause zu machen. Oder man möchte sich den Traum vom Leben auf dem Land ermöglichen und einen alten Hof kaufen. Ein altes Haus kann oft mit seiner Architektur und seiner Geschichte begeistern, doch es gibt einige Dinge, die es zu beachten gilt, wenn man ein altes Haus kauft.

Ein altes Haus muss beim Kauf anders beurteilt werden als ein neues, die Bauweise muss beachtet werden, der Umfang der nötigen Renovierungs- und Sanierungsarbeiten muss kalkuliert werden und vieles mehr.
Wir haben die wichtigsten Tipps für Sie zusammengestellt.

Wie alt ist eigentlich alt?

Ab wann ist ein Haus überhaupt ein altes Haus? Natürlich ist nicht jede Second Hand Immobilie gleich ein altes Haus, allerdings ist ein 10 Jahre altes Haus auch kein Neubau mehr und ein Haus aus den 1980er Jahren könnte man durchaus schon als alt bezeichnen. Der Übergang zwischen einem gebrauchten Haus und einem alten Haus ist also fließend und nicht durch einen bestimmten Stichtag festgelegt , doch bei allen Häusern, die 50 Jahre oder älter sind, kann man definitiv von einem alten Haus sprechen. Daher kann ein altes Haus ein Haus sein, das in den 1960er oder 1970er Jahren gebaut wurde oder eines, das aus dem 18. Jahrhundert stammt oder sogar noch älter ist.
Die Bauweise eines alten Hauses unterscheidet sich natürlich erheblich von der heutigen Bauweise, ist aber auch bei alten Häusern nicht einheitlich. Ein Fachwerkhaus, das schon einige hundert Jahre auf den Buckel hat, ist in einer völlig anderen Bauweise gebaut als eine Stadtvilla aus dem frühen 20. Jahrhundert oder ein Bungalow aus den 1950er Jahren. Je nach Epoche und Baujahr sollte man die spezifische Bauweise berücksichtigen und das Haus auf die für diese Bauweise bekannten Mängel und Risiken untersuchen.

Mit Gutachter auf Nummer sicher

Das macht man am besten nicht allein, sondern mit einem erfahrenen Gutachter, der bei jeder Bauepoche weiß, worauf er zu achten hat. Dazu muss man gerade bei Häusern, die in den 1960er Jahren oder später gebaut wurden, unbedingt auf Asbest achten. Asbest wurde damals als eine Art universale Wunderfaser als Allzweckwaffe am Bau verwendet, es ist in Farben und Spachtelmasse ebenso zu finden wie in Dämmstoffen und Klebstoffen. Die hochgradig krebserregende Substanz wurde erst im Jahr 1993 verboten und ist daher in alten Häusern allgegenwärtig. Vor allem Heimwerker können bei Renovierungsmaßnahmen mit dem Asbest in Berührung kommen und schwerwiegende gesundheitliche Schäden davontragen.
Auch die Dämmung eines alten Hauses ist ein wichtiges Thema. Ein altes Haus ist nicht nach den neuen Standards wärmegedämmt und wenn sie noch nicht ausgetauscht wurden, finden sich sogar noch einfach verglaste Fenster in der Immobilie. Bei den heutigen Energiekosten ist ein unzureichend gedämmtes Haus kaum zu unterhalten, daher sollte auf die Dämmung und die Verglasung der Fenster unbedingt ein besonderes Augenmerk gelegt werden.
Wichtig ist es auch, wenn man ein altes Haus kaufen möchte, darauf zu achten, ob es bereits schon einmal saniert wurde und was bei einer eventuellen Sanierung gemacht wurde. Auch hier arbeitet man am besten mit einem Gutachter, der einschätzen kann, was wann an dem Gebäude verändert wurde.
Was man gerade beim Kauf eines alten Hauses nie vergessen darf, ist dass es keine gesetzliche Gewährleistung beim Hauskauf gibt, es gilt üblicherweise gekauft wie gesehen und wenn der Verkäufer nicht erwiesenermaßen Mängel arglistig verschwiegen hat, so bleibt man auf den Kosten für zu spät entdeckte Mängel hängen. Deswegen muss man gerade beim Kauf eines älteren Hauses dreimal hinschauen.

Wie saniert man richtig?

Hat man mit Hilfe eines Gutachters eine Bestandsaufnahme der Mängel des alten Hauses gemacht, muss man auf jeden Fall die Sanierung kalkulieren, denn die Kosten dafür kommen schließlich zu dem Kaufpreis dazu. Erst wenn der Preis nach Hinzurechnen der Sanierungskosten immer noch stimmt, sollte man ernsthaft über den Kauf nachdenken. Nicht vergessen darf man dabei, die Sanierungskosten eher großzügig zu kalkulieren, denn im Laufe der Arbeiten können immer noch Dinge hinzukommen, die vorher nicht abzusehen waren.
Dabei sollte man sich auf gar keinen Fall auf das eigene Heimwerkerwissen verlassen, sondern einen Experten zu Rate ziehen. Im Zweifel kann es um mehrere Zehntausend Euro und mehr gehen und im schlimmsten Fall steht man hinterher mit einem unbewohnbaren Haus und unzureichenden finanziellen Mitteln da. Unbedingt sollte man sich auch noch mit der Bank oder einem Steuerberater beraten, denn manche Sanierungsmaßnahmen werden auf Antrag auch vom Staat gefördert.
Muss man nun aber gleich das ganze Haus auf einmal sanieren? Nein, manche Dinge sind natürlich dringlicher als andere, was das im Einzelfall ist, kommt auch auf die persönlichen Umstände an. Einem alleinstehenden Erwachsenen fällt es leichter, eine Weile auf einer Baustelle zu leben, als einer Familie mit Kindern.
Was bei einer Sanierung auf jeden Fall beseitigt werden muss, sind statisch-konstruktive Mängel. Dazu gehören Mängel an den tragenden Wänden, dem Dachgebälk oder dem Fundament. Bestehen dort Risse, Feuchtigkeit oder sonstige Mängel, sollte man sich vorab unbedingt einen möglichst genauen Kostenvoranschlag eines Architekten machen lassen, um sicherzustellen, dass die Sanierungskosten nicht bei weitem den Wert des alten Hauses übersteigen, denn gerade solche Reparaturen können sehr kostenaufwändig werden. Ebenfalls muss bedacht werden, dass die Raumaufteilung in alten Häusern oft nicht den heutigen Ansprüchen entspricht, die Räume sind oft klein mit vielen Durchgangszimmern, so dass unter Umständen Wände entfernt werden müssen, um eine sinnvolle Nutzung des Hauses zu ermöglichen. Dabei gilt natürlich zu beachten, welche Wände tragend sind und ob die Wunschaufteilung erzielt werden kann. Diese Arbeiten sollten auf jeden Fall vor dem Einzug erledigt werden.
Auch die Elektrik und die Wasserleitungen müssen überprüft und gegebenenfalls im Rahmen der Sanierung erneuert werden. In alten Häusern finden sich oft noch gesundheitsschädliche Wasserleitungen aus Blei und neben der Asbestproblematik sollte auch unbedingt auf giftige Holzschutzmittel geachtet werden, die bei alten Häusern oft verwendet wurden.
Zusätzlich zu der bereits angesprochen Wärmedämmung ist in alten Häusern auch die Schalldämmung oft ein Problem, auch darauf sollte man also achten.
Je nachdem wie umfangreich der Sanierungsbedarf ist, müssen einige dieser Arbeiten erst ausgeführt werden, bevor man einziehen kann. Vieles kann aber auch erledigt werden, wenn man schon in dem Haus wohnt und wer nicht gerade zwei linke Hände hat, kann einiges selbst machen oder bei komplizierteren Sachen den Profis zur Hand gehen. Dadurch lässt sich bei der Sanierung viel Geld sparen.
Für viele versierte Heimwerker besteht der Reiz eines alten Hauses überhaupt erst drin, es mit eigener Arbeit zu sanieren und zu einem gemütlichen Nest für die Familie zu machen. Allerdings sollte man auch bedenken, dass man, wenn man ein altes Haus kauft und vieles selbst machen möchte, unter Umständen lange Zeit auf einer halbfertigen Baustelle wohnt. Das kann auf Dauer an den Nerven zerren und es sollte gut durchdacht werden, ob und inwieweit dieser Traum den eigenen Lebensgewohnheiten anzupassen ist. Wer beispielsweise 40 Stunden die Woche arbeitet und nur am Wochenende Zuhause Hand anlegen kann und kleine Kinder hat, sollte auf jeden Fall dafür sorgen, dass Heizung, Küche und Sanitäranlagen vor dem Einzug funktionieren, sonst kann der romantische Traum vom Leben in dem selbst sanierten Haus schnell zum Albtraum und zu einer echten Belastung für das Familienleben werden. Für alle Sanierungsmaßnahmen, die vor dem Einzug erledigt werden müssen, muss unbedingt genügend Zeit eingeplant werden, egal ob man es selber macht oder den Auftrag vergibt.

Im Grundbuch lauern Tücken

Wichtig beim Kauf eines alten Hauses ist auch ein Blick ins Grundbuch. Dort sollte man sich zunächst einmal vergewissern, dass das Haus frei von Ansprüchen Dritter ist oder ob finanzielle Belastungen auf dem Haus liegen. Auch die Beschreibung des Hauses sollte man sich ganz genau durchlesen, gibt es Anbauten oder Gebäudeteile, die nicht im Grundbuch stehen, so ist Vorsicht geboten. Für illegale Anbauten, die vom Vorbesitzer ohne Genehmigung errichtet wurden, kann man auch als neuer Eigentümer zur Verantwortung gezogen werden.
Eine ganz besondere Situation ergibt sich, wenn man ein altes Haus kauft, das unter Denkmalschutz steht. Das ist oft bei alten Bauernhäusern, Fachwerkhäusern oder besonderen Immobilien der Fall. Ein Haus, das unter Denkmalschutz steht, darf oft nur in gewissen Maße und unter Beachtung vieler Auflagen saniert werden. So müssen unter Umständen die Fassade oder andere besonders schützenswerte Elemente originalgetreu erhalten bleiben, was eine sehr teure Angelegenheit werden kann.
Ob ein Haus unter Denkmalschutz steht und welche Auflagen sich daraus in Sachen Sanierung ergeben, erfährt man bei der zuständigen Gemeinde.
Außerdem sollte beim Kauf eines alten Hauses natürlich auf die selben Dinge geachtet werden wie beim Kauf eines Neubaus oder eines neueren Hauses. Entspricht die Lage meinen Wünschen und Bedürfnissen, passt die Infrastruktur zu meinem Leben, wie ist die Nachbarschaft und will oder kann ich auch in 10 oder 15 Jahren noch in diesem Haus leben? Diese Fragen sollte man sich immer stellen und ehrlich beantworten, ganz gleich wie alt die Immobilie ist, die man erwerben möchte.
Lohnt es sich denn nun überhaupt, ein altes Haus zu kaufen und herzurichten, ist das im Alltag praktikabel oder ist das nur eine teure Spielerei für Liebhaber alter Gebäude?
Die Frage kann man mit einem klaren „Das kommt darauf an“ beantworten.
Wenn das ganze Drumherum passt, die Lage die richtige ist, das Grundstück und das Haus die passende Größe haben, die Bausubstanz in Ordnung ist und nach einem gründlichen Check und Kostenvoranschlägen vom Profi Kaufpreis plus Sanierungskosten im Budget liegen und dem Marktwert entsprechen, kann der Kauf eines alten Hauses durchaus sinnvoll sein. Mit Eigenleistung lässt sich einiges an Geld sparen und auch das Gefühl einerseits selbst mit Hand angelegt zu haben, um das Haus zu dem machen, was es einmal sein wird und auch das Bewusstsein, in einem geschichtsträchtigen Haus zu leben, dass schon viel gesehen und miterlebt hat, ist für manche mehr wert als die schnurgeraden Wände eines Neubaus.
Allerdings muss man sich immer klar machen, dass die Sanierung eines alten Hauses Zeit, Geld und Nerven kostet und viel Arbeit und Schmutz und auch unvorhergesehene Ereignisse mit sich bringen kann.

Der Kauf will gründlich überlegt sein

Von einem alten Haus mit maroder Bausubstanz, dessen Sanierung ein vielfaches des Marktwerts kostet, sollte man dagegen lieber die Finger lassen und auch auf seine eigenen Fähigkeiten als Handwerker sollte man sich nicht blind verlassen, wenn man nicht wirklich vom Fach ist. Je mehr man selber machen kann, um so mehr Geld kann man sparen, aber man sollte das alte Haus vor dem Kauf immer gründlich von einem Immobiliengutachter untersuchen lassen und sich für die wichtigsten Mängel einen Kostenvoranschlag vom Fachmann geben lassen, damit man weiß, worauf man sich schlimmstenfalls einlässt.
Auch im Kaufvertrag sollten alle festgestellten Mängel so detailliert wie möglich festgehalten werden, um spätere Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden.
Hat man sich nun entschieden, sich nach einem alten Haus umzuschauen, stellt sich nur noch die Frage, wo man die passende Immobilie findet.
Natürlich haben Immobilienmakler immer auch alte Häuser im Angebot und in den einschlägigen Internetportalen und Tageszeitungen findet man auch viele Angebote von Maklern oder privat. Es gibt auch ganze Zeitschriften, die entweder bundesweite und regionale Immobilienanzeigen veröffentlichen. Auch wenn man unterwegs ist, sollte man immer die Augen aufhalten, da viele Häuser ein „Zu verkaufen“ Schild des Maklers oder des Eigentümers im Garten stehen haben.
Wenn man von Anfang an vernünftig plant, die Immobilie vom Fachmann auf Herz und Nieren prüfen lässt und alle Kosten im Blick behält, ist auch der Kauf eines alten Hauses kein unkalkulierbares Abenteuer mehr, sondern kann gerade durch Eigenleistung zum Schnäppchen werden, vorausgesetzt man ist sich im Klaren, dass eine Haussanierung kein Spaziergang ist und überschätzt seine eigenen Fähigkeiten nicht.

Unsere Tipps zum Kauf eines alten Hauses noch einmal in der Übersicht:

  • Das Haus unbedingt von einem Fachmann begutachten lassen und sich ein ausführliches Gutachten ausstellen lassen
  • Die Bausubstanz prüfen lassen, Mängel an tragenden Wänden oder Balken lassen sich nur schwer und kostenintensiv beseitigen
  • Unbedingt die Bauweise und die bekannten Mängel aus der Bauzeit beachten (zum Beispiel auf Asbest oder Trinkwasserleitungen aus Blei)
  • Die Raumaufteilung muss beachtet werdenn
  • Möglichst genaue Kostenvoranschläge vom Profi einholen
  • Die zu erwartenden Sanierungskosten großzügig kalkulieren, bei einem alten Haus kann immer etwas Unvorhergesehenes dazwischen kommen
  • Kaufpreis plus Sanierungskosten müssen noch immer einen realistischen Gesamtpreis ergeben
  • Das Grundbuch einsehen und sicherstellen, dass das Haus frei von Ansprüchen Dritter ist und dass keine illegalen Anbauten existieren
  • Eine gute Zeitplanung, genug Zeit für die Sanierung einplanen, nicht alles kann gemacht werden, während man schon im Objekt wohnt.

Hält man sich an diese Regeln, ist auch der Kauf eines alten Hauses kein Problem.

 

 

Checkliste Eigentumswohnung kaufen: Die Checkliste, die jeder Eigentümer braucht

checkliste_bild

Wer eine Eigentumswohnung kaufen möchte, sollte einige wichtige Dinge auf jeden Fall beachten. Damit nichts übersehen oder vergessen wird, sollte man sich unbedingt eine „Checkliste Eigentumswohnung kaufen“ machen, auf der man die wichtigsten Punkte festhält. Was genau ist zu beachten beim Kauf einer Eigentumswohnung und was gehört auf die „Checkliste Eigentumswohnung kaufen“, das möchten wir Ihnen in diesem Artikel erläutern. Zunächst einmal muss man die passende Eigentumswohnung finden, doch wie sucht man richtig danach? Und wo?

So suchen Sie richtig im Internet

Immobilienanzeigen findet man auf Immobilienportalen im Internet, in Tageszeitungen, Zeitschriften oder beim Makler. Wichtig ist, dass man sich bereits bei der Suche darüber klar ist, was man sucht, denn wer nicht weiß, was er sucht, wird niemals das Richtige finden. An erster Stelle steht, wie so oft, das liebe Geld. Denn was nützt die perfekte Wohnung, wenn Sie sie sich nicht leisten können? Machen Sie also einen Kassensturz und legen Sie ihre Kaufpreis-Obergrenze fest. Dabei dürfen Sie auch die Nebenkosten, die beim Kauf einer Immobilie entstehen, nicht außer Acht lassen. Rechnen Sie jeweils etwa 5 % des Kaufpreises für Steuern und Gebühren sowie für den Makler auf den Kaufpreis auf, dann sind Sie auf der sicheren Seite. Wenn Sie wissen, in welchem preislichen Rahmen Sie sich bewegen, sollten Sie sich Gedanken darum machen, wo Sie wohnen möchten und wie Sie wohnen möchten. Eine Immobilie ist immer eine langfristige Investition, denken Sie also mindestens zehn oder besser 20 Jahre voraus: Sind noch Kinder geplant? Würden Sie in 10 oder 20 Jahren vielleicht lieber ebenerdig und barrierefrei leben? Daher müssen Sie auch das gewünschte Wohnumfeld in Ihre Überlegung mit einbeziehen. Welche Art Infrastruktur brauchen sie? Jetzt und in den nächsten Jahren? Möchten Sie auf dem Land leben oder in der Stadt? Ist die Familienplanung noch nicht abgeschlossen, werden Kindergärten und Schulen in erreichbarer Nähe in Zukunft wichtig sein, sind Sie schon etwas älter, könnte es wichtig sein, eine ärztliche Versorgung in der Nähe zu wissen. Haben Sie diese Fragen beantwortet, können Sie gezielt anfangen, nach Ihrer Wunschimmobilie zu suchen.

Das muss im Exposé stehen

Einige Ihrer Kriterien werden Sie gleich im Expose der Wohnung finden, achten Sie also darauf, dass Ihre Vorgaben auch erfüllt werden und lassen Sie sich nicht von schönen Bildern leiten, wenn das Umfeld und die Lage der Wohnung überhaupt nicht zu Ihnen und Ihren Bedürfnissen passt. Ebenso wichtig ist der Zustand der Immobilie, wenn Sie nicht eine Menge zusätzliches Geld investieren können oder handwerklich sehr begabt sind, sollten Sie stark renovierungs- oder gar sanierungsbedürftige Objekte von der Liste streichen. Auch die Energieeffizienzklasse der Wohnung sollten Sie beachten, denn sie kann Aufschlüsse über die zu erwartenden Heizkosten geben. Haben Sie nun eine geeignete Immobilie gefunden, geht es an die erste Besichtigung. Diese wird viele Punkte zu Ihrer „Checkliste Eigentumswohnung kaufen“ hinzufügen. Als erstes gilt: Vereinbaren Sie einen Termin bei Tageslicht und nehmen Sie eine Begleitperson mit. Spielen Sie niemals mit dem Gedanken, eine Immobilie zu kaufen, die Sie nicht selbst eingehend besichtigt haben, egal was Ihnen die Anzeige, der Prospekt oder der Verkäufer versprechen. Stehen Sie nun in Ihrer Wunschimmobilie, schauen Sie sich den Zustand der Wohnung genau an. Achten Sie auf Schimmelflecken oder feuchte Stellen, überprüfen Sie den Zustand der Türen und Fenster und der Steckdosen. Auch das Treppenhaus, den Garten, Keller und Dachboden sollten Sie unter die Lupe nehmen. Öffnen Sie in der Wohnung auch einmal die Fenster und lassen Sie die Außengeräusche und etwaigen Straßenlärm auf sich wirken. Nicht unerheblich ist auch die Hausgemeinschaft. Als junge Familie mit Kindern wird man in einem Haus, das vorwiegend von Rentnern bewohnt wird, vielleicht nicht unbedingt glücklich und umgekehrt. Auch im Umfeld der Wohnung sollten Sie sich gut umschauen, machen Sie am besten einen kleinen Spaziergang durch das Viertel. Was gibt es an Infrastruktur und wie deckt es sich mit Ihren Bedürfnissen? Ist die erste Besichtigung zu Ihrer Zufriedenheit ausgefallen, sollten Sie unbedingt noch einen zweiten Termin ausmachen, diesmal mit einem Wohnungsgutachter.

Mit einem Gutachter sind Sie sicher

Der Wohnungsgutachter kann Ihnen nicht nur sagen, ob der Preis der Immobilie realistisch und gerechtfertigt ist und dem gängigen Marktwert entspricht, er kann mit seiner Erfahrung auch verdeckte Mängel und Schäden aufdecken, die dem Laien auf den ersten Blick gar nicht als solche auffallen. Auch in Punkto Reparaturen, Instandsetzungen und Renovierung kann der Wohnungsgutachter  viele Tipps und einen guten Überblick über die Kosten geben, die zusätzlich zum Kaufpreis noch auf Sie zukommen können. Und natürlich ist der Wohnungsgutachter objektiv, er beurteilt die Wohnung rein sachlich und mit viel Erfahrung und hat so schon manchen potentiellen Käufer vor teuren Konsequenzen beim Kauf einer vermeintlichen Schnäppchen-Immobilie bewahrt.

Finanzierung richtig finden

Gibt nun auch der Gutachter grünes Licht, geht es an die Finanzierung. Hier kommt es erst einmal darauf an, wie viel Eigenkapital vorhanden ist und wie viel finanziert werden muss. In den allermeisten Fällen ist der Kauf einer Immobilie ohne Finanzierung nicht möglich und üblicherweise dauert es mindestens 10, eher 20 Jahre, bis die Immobilie vollständig abbezahlt ist. Daher will die Finanzierung gut überlegt sein und es ist wichtig, auch in 10 oder 15 Jahren noch von günstigen Konditionen profitieren zu können. Generell gilt natürlich, je mehr Eigenkapital, desto besser und das Minimum sollte bei etwa einem Drittel des Kaufpreises liegen. Eine Finanzierung zu 100 % ist eine riskante und auch teure Angelegenheit, denn je höher der Beleihungswert ist, desto höher sind die Zinsen. Auch sollten Sie bei der Finanzierung niemals an Ihre finanziellen Grenzen gehen. Aber wo soll man nun das Darlehen aufnehmen? Wer bietet die besten Konditionen? Die Bank, eine Versicherung oder eine Kreditvermittlung? Die wichtigen Faktoren, die bei gleicher Darlehenshöhe verglichen werden müssen, um das günstigste Finanzierungsangebot zu finden, sind der Effektivzins, die Tilgungshöhe und die Laufzeit. Mit diesen Daten können Sie anhand der Restschuld ganz einfach das günstigste Angebot herausfiltern. Lassen Sie sich am besten jedes Angebot mit Zins- und Tilgungsplan schriftlich aushändigen, um es in Ruhe vergleichen zu können. Natürlich spielen auch die Zinsen eine große Rolle. Liegen sie niedrig, kann man für eine Monatsrate von beispielsweise 700,- Euro mehr Geld aufnehmen als bei einem höheren Zinssatz. Doch anstatt im Zinstief für eine gewisse monatliche Belastung mehr Geld aufzunehmen, ist es sicherer, die prozentuale monatliche Tilgung zu erhöhen, auch wenn manche Banken schon mit einer Tilgung von nur einem Prozent locken. So sinkt die Restschuld und die Immobilie ist schneller abbezahlt. Auch freiwillige Sondertilgungen sollte das Finanzierungsangebot beinhalten. Über die Laufzeit des Darlehens sichern Sie sich den Zinssatz bei Vertragsabschluss über viele Jahre, daher sollten Sie bei einem niedrigen Zinssatz eine möglichst lange Laufzeit von 10, 15 oder 20 Jahren wählen. Die Bank ist während der gesamten Laufzeit an den Vertrag gebunden. Als Kreditnehmer können Sie jedoch nach 10 Jahren aussteigen und die Restschuld tilgen oder sich einen günstigeren Kreditvertrag suchen.

Aufgepasst beim Kaufvertrag

Steht nun auch die Finanzierung auf sicheren Füßen, geht es an den Kaufvertrag. Ganz gleich, ob Sie die Wohnung von Privat kaufen oder von einer Wohnungsgesellschaft, ohne einen ordentlichen Vertrag und einen Notar geht nichts. Die Faustformel lautet „Gekauft wie besehen“, daher muss vor Abschluss des Kaufvertrages besonders auf mögliche Mängel geachtet werden, denn stellen sich diese erst im Nachhinein heraus, bleibt der Käufer auf den Kosten sitzen. Auch aus diesem Grund ist die erneute Wohnungsbesichtigung mit dem Wohnungsgutachter so wichtig. Da der Kauf einer Immobile rechtlich kompliziert ist, kann er nur mit Hilfe eines Notars durchgeführt werden. Der Notar arbeitet den Vertrag aus und legt ihn dann beiden Parteien zur Unterzeichnung vor. Im Vorfeld wird der Notar Käufer und Verkäufer zu einem Termin einladen, um die Vertragsmodalitäten auszuhandeln. Da geht es beispielsweise um den genauen Kaufpreis, um den Übergabetermin, um bestehende Mietverhältnisse oder Grundbuchlasten. Dazu sollte dem Notar bereits bei dem Vorgespräch der Grundbuchauszug vorliegen. All diese Fragen müssen geklärt werden und fließen in den Kaufvertrag mit ein. Haben Sie Fragen, dürfen Sie an dieser Stelle nicht zögern, den Notar zu bitten, alles ganz genau zu erklären, denn schließlich müssen Sie ganz genau wissen, was Sie später beim alles entscheidenden Notartermin unterschreiben. Nach diesem Termin, wenn der Kaufvertrag unterschrieben ist, gibt es kein Zurück mehr, denn das Gesetz sieht beim Kauf einer Immobilie kein Widerrufsrecht vor. Daher ist es sinnvoll, sich den Vertragsentwurf rechtzeitig vor dem Notartermin aushändigen zu lassen und ihn von dem Rechtsanwalt Ihres Vertrauens auf Herz und Nieren prüfen zu lassen. Ihr Kreditgeber wird zu seiner Sicherheit eine Grundschuld ins Grundbuch eintragen lassen, bevor er den Darlehensbetrag auszahlt. Diese Eintragung muss ebenso wie der Kaufvertrag notariell beurkundet werden und üblicherweise finden diese beiden Schritte in einem Termin statt. Daher sollten dem Notar beim abschliessenden Termin auch alle für die Grundschuld relevanten Unterlagen des Kreditgebers vorliegen. Der Notar verliest während des abschließenden Termins den Vertrag und beantwortet noch einmal eventuell aufkommende Fragen. Sind alle Fragen geklärt, wird der Vertrag unterzeichnet und beglaubigt und Sie sind stolzer Eigentümer einer Immobilie. Im Kaufvertrag wird auch geklärt, wann es zur Schlüsselübergbe kommt. In manchen Fällen geschieht das direkt während des Notartermins, üblicherweise jedoch erst, wenn der Kaufpreis auf dem Konto des Verkäufers eingegangen ist und das kann noch einige Wochen bis Monate dauern. Nach etwa zwei Monaten sollte der Notar jedoch alles soweit geregelt haben.

Umzug richtig planen

Wenn jetzt keine umfangreichen Renovierungsarbeiten mehr nötig sind, kann es direkt an den Umzug gehen. Doch auch dabei gibt es einiges zu beachten. Einen Umzug zu organisieren, setzt eine gute Planung voraus, damit man nicht vollkommen im Chaos versinkt. Drei Monate vor dem feststehenden Umzugstermin sollten Sie Ihre Wohnung kündigen. Planen Sie dabei aber nicht zu eng, denn im schlimmsten Fall stehen Sie sonst einige Wochen ohne Bleibe da. Der Termin für den Umzug muss festgesetzt werden, je nachdem mit wessen Hilfe Sie umziehen wollen, müssen Sie einen Termin mit dem Umzugsunternehmen aushandeln oder Freunde und Verwandte bitten, sich den Termin freizuhalten. Wenn Sie Kinder haben, sollten Sie sich spätestens jetzt um Schul- und Kindergartenplätze kümmern. Auch ein Telefonanschluss für die neue Wohnung muss beantragt werden, der alte muss abgemeldet werden. Bei der Post sollten Sie ab Ihrem Auszugstermin aus der alten Wohnung einen Nachsendeantrag stellen. Planen Sie genügend Zeit ein, um die alte Wohnung zu renovieren und um zu packen, oft kann es auch notwendig sein, für die Zeit des Umzugs Urlaub zu beantragen. Wichtig ist auch, sicherzustellen, dass alle Versicherungen für die neue Wohnung laufen, vereinbaren Sie also zwischen Vertragsunterzeichnung und Umzug besser noch einen Termin mit Ihrem Versicherungsmakler. Organisieren Sie eine Betreuung für Kinder und Haustiere am Umzugstag und halten Sie Getränke und Verpflegung für die Umzugshelfer bereit. Und vor allem: bewahren Sie die Nerven! Umzüge sind stressig und nur selten gehen sie ohne Chaos vonstatten, aber sie gehen vorbei und wenn Sie nach getaner Arbeit in Ihren eigenen vier Wänden sitzen, wird der Stress schnell vergessen sein.

Sagen Sie der Stadt bescheid

Nach dem Umzug dürfen Sie auf keinen Fall vergessen, sich umzumelden. Das geschieht beim Einwohnermeldeamt an Ihrem neuen Wohnsitz und Sie haben dazu sieben Tage Zeit, danach können Bußgelder drohen. Zum Ummelden benötigen Sie einen gültigen Personalausweis, auf dem dann auch Ihre neue Adresse vermerkt wird. Die Abmeldung vom alten Wohnort erfolgt automatisch mit der Ummeldung, Sie brauchen sich also nicht extra darum zu kümmen. Es gibt viel zu beachten beim Kauf einer Eigentumswohnung, aber wenn Sie alle oben angesprochenen Punkte beachten und in Ihre persönliche „Checkliste Eigentumswohnung kaufen“ übertragen, steht dem Abenteuer Immobilienkauf nichts mehr im Wege. Als kleine Hilfe haben wir die wichtigsten Punkte noch einmal für Sie zusammengefasst. Laden Sie sich einfach unsere kostenlose Checkliste herunter und der Wohnungskauf kann starten.