Archiv für den Monat: Februar 2015

Wo wohnen wir, wenn der Platz ausgeht? Kreative Wohnideen der Zukunft

Die Bevölkerung in den Städten wächst und wächst, vorbei scheint der Traum vom Leben auf dem Land, die Menschen wollen in Städten leben. Aber in den Städten ist der Wohnraum knapp, die Preise steigen und in den Innenstädten fehlt oft der Platz, um neue Wohnungen zu bauen. Andererseits gibt es gerade in den Innenstädten viel Leerstand: in alten Büro- und Verwaltungsgebäuden oder auch in Parkhäusern. Dieser Umstand führt zu so mancher kreativer Wohnidee, von denen vielleicht die ein oder andere zu einem Trend der Zukunft werden könnte.

Das Haushüter-Modell

Gerade in Universitätsstädten fehlt Wohnraum und wenn zu Studienbeginn die Erstsemester in die Städte strömen, finden sie oft keinen Platz zum Wohnen.
In Düsseldorf gründete das Studentenwerk das Projekt „Kellerkinder“ und stellt für 20 Studenten zwei Räume mit Toilette, Dusche und Küche im Souterrain eines Studentenwohnheims zur Verfügung, wo sie mit Schlafsack und Isomatte ihr Quartier aufschlagen können.
In Münster ertönt jedes Jahr auf’s Neue der Aufruf „Deine Couch für Erstis“, in dem dazu aufgerufen wird, den Erstsemestern, die zum Beginn des Studiums noch keine Wohnung gefunden haben, die Wohnzimmercouch zur Verfügung zu stellen.
Aber die Stadt Münster zeigt auch, wie es anders gehen kann. Im ehemaligen Finanzamt der Stadt haben sich Studenten in den Konferenzzimmern, in den Büros und im Amtszimmer des Behördenchefs häuslich eingerichtet. Das Finanzamt ist längst umgezogen, das Gebäude stand leer und durch dieses sogenannte Haushüter-Modell, dass sich in Großbritannien und den Niederlanden längst etabliert hat, schlägt die Stadt zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie schafft dringend benötigten Wohnraum und schützt durch die Haushüter gleichzeitig leerstehende Gebäude vor dem Verfall und Vandalismus, denn die Bewohner übernehmen an ihrem ungewöhnlichen Wohnort auch gewisse Verpflichtungen. Dazu gehört zum Beispiel das Rasenmähen und Unkrautzupfen sowie Absprachen wer wann in den Urlaub fährt, denn schließlich soll das Gebäude nicht leer stehen. Dieser Trend ist auch in anderen Städten zu beobachten, die Stadt Bremen stellt Räume in feudalen Herrenhäusern zur Verfügung, in Frankfurt am Main leben Studenten im ehemaligen Polizeirevier, in Kassel hüten sie ein ehemaliges Elektrizitätwerk, dass zu diesem Zweck umgebaut wurde und in Osnabrück wird sogar ein kleines Fachwerktürmchen in der Stadtmauer an einen Haushüter vermietet.
Vor allem in Berlin hat sich das Haushüter-Modell mit dem Motto Bewachung durch Bewohnung durchgesetzt und das längst nicht nur bei Studenten. Die niederländische Firma Camelot, über die auch die haushütenden Studenten im Münsteraner Finanzamt vermittelt wurden, vermittelt hier unter anderem Haushüter in eine leerstehende Schule und ein ehemaliges US-Militärhospital. Überall zahlen die Mieter eine geringe Monatspauschale und kümmern sich dafür um das Objekt. Der Nachteil an der Sache: in den meisten Fällen dauert das Mietverhältnis nur so lange, bis ein Käufer für das Gebäude gefunden wurde und die Kündigungsfristen sind mit nur vier Wochen äußerst kurz. Dennoch hat das Immobilien-Hopping durchaus Chancen, sich zu einem Trend zu entwickeln.

Vom Büro zur Wohnung

Bundesweit herrscht Wohnraummangel in den Innenstädten und gleichzeitig gibt es einen gewaltigen Leerstand: der Bestand an ungenutzten Bürobauten in Deutschland beläuft sich auf knapp acht Millionen Quadratmeter. Oft liegen die ehemaligen Büro- und Verwaltungsgebäude in bester Innenstadtlage, was also liegt näher, als sie zu Wohnraum umzubauen? Diese Alternative zum Abriss und Neubau nennt sich Redevelopment. In der Frankfurter Bürostadt Niederrad entstanden in einem jahrelang leerstehenden Büroturm fast 100 Wohnungen auf 17 Etagen. Zu bedenken ist bei der Idee des Redevelopments neben dem Bedarf an Wohnraum auch die Tatsache, dass auch Leerstand Geld kostet. Der ehemalige Frankfurter Büroturm, der heute Kaltmieten von 13 Euro pro Quadratmeter einbringt, hat vorher bis zu 150.000 Euro pro Jahr vernichtet.
Allein in Frankfurt entstanden in den letzten fünf Jahren über 2.000 Wohnungen aus ehemaligem Büroraum und der Trend hält an, auch in anderen deutschen Großstädten, wo die Projekte teilweise in Millionenhöhe bezuschusst werden.

Wohnen im Parkhaus

Aber nicht nur alte Büro- und Verwaltungsgebäude stehen in den Innenstädten leer, auch die früher oft bis zum Bersten gefüllten Parkhäuser sind heute nur noch selten ausgelastet. Dabei nehmen die wuchtigen Betonklötze viel Platz in begehrten Innenstadtlagen weg, der optimal als Wohnraum genutzt werden könnte. Im Hamburger Stadtteil Harvestehude wurde bereits 2005 ein Park- und Bürohaus aus den 1970ern zu einem Wohnhaus mit insgesamt 15 Wohnungen umgebaut und auch in der Innenstadt von Münster wurde ein Parkhaus in ein Wohn- und Geschäftshaus umgewandelt.
In Köln laufen Planungen, in den beiden oberen Etagen eines vierstöckigen Parkhauses 30 Wohnungen, darunter vier bis fünf exklusive Penthouse-Wohnungen, zu errichten. Gerade diese Doppelnutzung, im unteren Teil die Parkflächen zu erhalten und im oberen Teil in Top-Innenstadtlage Wohnraum zu errichten, wird sicherlich ein Trend der Zukunft werden, da die Parkhäuser als Relikte aus den autofreundlichen Sechziger und Siebziger Jahren in Zukunft nicht mehr in dieser Anzahl gebraucht werden.

Wohnen im Untergrund

Wagt man einen Blick in andere Großstädte der Welt, stößt man auf ganze andere Trends. In Peking leben zum Beispiel rund zwei Millionen Menschen unter der Erde, manche in Zimmern, die nur zwei Quadratmeter groß sind. Dabei handelt es sich meist um Keller und frühere Luftschutzbunker, die zu günstigem Wohnraum in ansonsten unbezahlbaren Wohnlagen umgebaut wurden. Zwar erschließt sich hier für Städtebauer eine Möglichkeit, bezahlbaren Wohnraum in den Innenstädten zu schaffen, jedoch sind die Lebensbedingungen unter der Erde zumindest im Moment noch eher unattraktiv. Die Vorteile liegen in den zentralen Wohnlagen und kurzen Wegen zum Arbeitsplatz, dafür herrscht aber in den unterirdischen Quartieren eine hohe Luftfeuchtigkeit, schlechte Belüftung und oft ungenügende Sicherheitsstandards gegen Feuer oder Überflutungen.
Gerade in Asien werden in manchen Städten auch riesige Einkaufszentren im Untergrund gebaut, so dass der Trend zum Wohnen im Untergrund nur noch eine Frage der Zeit war. Statt in die Höhe wird nun auch in die Tiefe expandiert. In Deutschland ist davon aber noch nichts zu spüren.

Wohnraumbeschaffung auf eigene Faust

Manch einer möchte auf der Suche nach günstigem Wohnraum nicht auf Trends, Entwicklungen und Taten der Städteplaner warten und nimmt sein Schicksal selbst in die Hand.
Da wird beispielsweise das Wohnhaus für die Kinder samt Familie freigemacht und Opa wohnt in der umgebauten und zum Wohnraum verwandelten Garage. So kann mit Eigeninitiative Wohnraum entstehen, ganz ohne Städteplanung.
Auch Campingplätze ziehen in Zeiten von Wohnungsnot immer mehr Dauerbewohner an. Bauarbeiter und Monteure, die nur eine Unterkunft für ein paar Wochen suchen kommen hier genauso unter wie die die sogenannten Dauercamper, die das ganze Jahr über in ihrem Wohnwagen leben. Was in den USA in den sogenannten Trailer-Parks gang und gäbe ist, wird hierzulande jedoch nicht gerne gesehen. Der westfälischen Stadt Lohmar sind die Dauercamper seit Jahren ein Dorn im Auge. Mit selbst errichteten Anbauten rund um den Wohnwagen herum, mit komplettem Bad mit Wanne und Waschmaschine, haben viele der Domizile auf dem Campingplatz mehr Ähnlichkeit mit einem Eigenheim als mit einer Campingunterkunft. Das geht der Stadt zu weit, denn ein Campingplatz sei kein Wohngebiet und auch in Sachen Brandschutz und Rettungswege würde den Anforderungen nicht entsprochen. Seit einem Brand, bei dem zwei Menschen zu Tode kamen,  setzt die Stadt alles daran, die Dauercamper loszuwerden.
Leben im Wohnwagen, wie in den Trailerparks in den USA, wo das Wohnen im Mobile Home längst zum Alltag gehört hat sich in Deutschland also noch nicht durchgesetzt.

Smartes Kautionshandling: Von der Mietkautionsbürgschaft profitieren Mieter und Vermieter

Die Suche nach einer neuen Wohnung ist für Wohnungssuchende insbesondere in Regionen mit einem aufgeheizten Mietmarkt eine langwierige Angelegenheit. Aber auch für Vermieter ist eine Menge Zeitaufwand damit verbunden. Insbesondere mit dem 2015 in Kraft tretenden Besteller-Prinzip werden Eigentümer zunehmend davon absehen, professionelle Makler zu beauftragen und das Thema Vermietung selbst in die Hand nehmen. Es müssen Besichtigungstermine organisiert, Unterlagen gesichtet und ein Vertrag aufgesetzt werden. Da ist es im beiderseitigen Interesse, dass, wenn der Traummieter seine Traumwohnung gefunden hat, die Unterzeichnung des Vertrages nicht an der Mietkaution scheitert.

Sicherheitsleistung für den einen, notwendiges Übel für den anderen

Für Vermieter stellt die Mietkaution eine Sicherheitsleistung dar, die sie vor dem Abwohnen der Immobilie sowie vor hohen Renovierungskosten und nachzuzahlenden Nebenkosten schützt. Für den Mieter ist sie vielmehr ein notwendiges Übel. Denn er muss in einer äußerst kostenintensiven Zeit, wie dem Umzug, noch einen Großteil seines Budgets beim Vermieter hinterlegen, ohne selbst einen Nutzen davon zu haben. Vermietern wird eine maximale Mietkaution in Höhe von drei Nettokaltmieten eingeräumt. Bei einer Miete von 500 Euro – ohne Nebenkosten – beläuft sich die zu leistende Sicherheitssumme dann auf 1.500 Euro. Damit nimmt die Mietkaution einen Löwenanteil des Umzugsbudgets ein. Viel Geld, auf das man so ohne weiteres nur äußerst ungern verzichtet. Ganz im Gegenteil: Um genügend Bares für Möbel oder andere Einrichtungsgegenstände übrig zu haben, wird häufig der Dispokredit strapaziert – bei einer Verzinsung von rund 13 Prozent eine teure Angelegenheit. Um sich aus den roten Zahlen wieder herauszuarbeiten, kann es Wochen oder sogar Monate dauern. Da erstaunt es nicht, dass Mieter sich immer mehr nach einer Alternative zur Barkaution umschauen.

Die Mietkautionsbürgschaft: Urkunde statt Geld

Mietern bietet die Mietkautionsbürgschaft eine spürbare Entlastung ihres Umzugsbudgets. Dank dieser können sie sich schon mal überlegen, wofür sie das gedanklich für die Mietkaution zurückgelegte Geld lieber ausgeben wollen. Denn anstatt einer großen Summe, bezahlen Mieter hierbei lediglich einen geringen jährlichen Beitrag und erhalten dafür im Gegenzug eine Bürgschaftsurkunde, die sie dem Vermieter zu seiner Absicherung aushändigen müssen. Sobald das Mietverhältnis beendet ist, gibt der Eigentümer die Urkunde einfach an seinen ehemaligen Mieter zurück. Der große Vorteil dabei ist, dass der Mieter nach seinem Auszug nicht erst lange auf die Rückzahlung der hinterlegten Summe zuzüglich Zins und Zinseszins warten muss. Da Vermieter das hinterlegte Geld nach Vertragsende sechs Monate und darüber hinaus behalten dürfen, führt dieser Aspekt nicht selten zu langwierigen und nervenaufreibenden Auseinandersetzungen der beiden Parteien.

Ohne Papierkrieg entspannt vermieten

Vermieter profitieren darüber hinaus von einer Reihe weiterer Vorzüge: Um bei der Auswahl des Mieters nach dem Abschluss des Mietvertrages kein blaues Wunder zu erleben, nehmen die Anbieter einen kostenlosen Bonitätscheck vor. Erweist sich der Interessent als nicht liquide, kommt eine Inanspruchnahme der Mietkautionsbürgschaft gar nicht erst infrage und der Vermieter weiß, wie es um die Zahlungsmoral des Wohnungssuchenden bestellt ist. Zudem erfordert die Barkaution von Vermietern über das Jahr weitere Zusatzaktivitäten. Neben der Einrichtung eines gesonderten Kautionskontos kommen Berechnungen zur Kapitalertrags- und Kirchensteuer sowie zum Solidaritätszuschlag auf ihn zu, über die der Mieter regelmäßig auf dem Laufenden gehalten werden will. Mit der Mietkautionsbürgschaft spart er sich diesen Zusatzaufwand und das Porto für den Versand der Benachrichtigungen. Das finanzielle Einsparpotenzial beläuft sich für den Vermieter mit der Mietkautionsbürgschaft, infolge des reduzierten Verwaltungsaufwandes, auf mindestens zehn Prozent.

Die wesentlichen Vorteile für Mieter in Kürze:
•    Mehr Geld für die persönliche finanzielle Freiheit
•    Es fallen keine unnötigen Gebühren an
•    Keine Auseinandersetzungen beim Zurückholen der Mietkaution

Die wesentlichen Vorteile für Vermieter in Kürze:
•    Mehr Zeit durch Einsparung des Verwaltungsaufwandes
•    Mehr Effizienz, da die Mietabschlüsse schneller erfolgen
•    Vollumfänglicher Vermieterschutz durch maximale Mietsicherheit

Über viele Jahre hat sich die Barkaution aufgrund mangelnder echter Alternativen als Sicherheitsleistung der Wahl bei den Vermietern etabliert. Dementsprechend haben ca. 50 Millionen Mieter in 22 Millionen Mietverhältnissen in Deutschland ihre Mietkaution, bis auf wenige Ausnahmen, an ihren Vermieter in bar gezahlt oder auf einem Mietkautionskonto blockiert. Multipliziert mit der durchschnittlichen Kautionssumme ergibt sich eine Summe von 33 Milliarden Euro, die ein nahezu unverzinstes Dasein auf deutschen Mietkautionskonten fristen. Mit dem Angebot der Mietkautionsbürgschaft sind jedoch mittlerweile Hunderttausende Mieter vertraut und sehr zufrieden, wie objektive Kundenfeedbacks bestätigen. Auch die Akzeptanz bei Vermietern und Hausverwaltern ist bis heute deutlich gestiegen, sodass sich dieser Trend in Deutschland mittlerweile als festes Modell für die Mietsicherheit etabliert hat. Schließlich bietet die Mietkautionsbürgschaft eine Win-Win-Situation, von der sowohl smarte Mieter als auch professionelle Vermieter profitieren.

Mietkaution sparen – für private und gewerbliche Mieter

Die alternative Mietsicherheit ist nicht nur auf private Mietverhältnisse beschränkt. Auch Gewerbetreibenden kommt diese Art der Mietsicherheit zugute, denn im Gegensatz zur gesetzlich fest geregelten privaten Mietkaution, gibt es bei der Gewerbemietkaution keine rechtlichen Regelungen. So belaufen sich die zu erbringenden Sicherheitsleistungen nicht selten auf bis zu sechs Nettokalt- bzw. Bruttowarmmieten, da diese Höhe nicht zu beanstanden ist (OLG Düsseldorf GE 2009, 1043 – Quelle: Ratgeber Gewerbemietkaution). Insbesondere jungen Unternehmen kann eine solch große Summe das Genick brechen, da Geld fest angelegt ist, welches nicht für den wirtschaftlichen Unternehmenserfolg genutzt werden kann. Existenzgründer und Jungunternehmer können mit einer Gewerbemietkautionsbürgschaft ihren Investitionsrahmen für die Geschäftsgründung deutlich erweitern.

Ein interessantes und sehr ausführliches Interview hierzu gibt es auf BusinessOn: Zum Artikel

Diese 8 Städtenamen werden erstaunlich oft falsch geschrieben

Städte erzählen ihre eigenen Geschichten. Sie entwickeln sich weiter oder sind immer noch so schön verträumt, wie man es aus Büchern kennt. So eigen wie Städte sind, so sind auch ihre Namen. Denn Städtenamen dienen dazu, dass man einen Ort eindeutig wiedererkennt. Manche Städtenamen änderten sich mit der Zeit, manche überstanden unverändert jeden Reformversuch. Fakt jedoch ist: Städtenamen werden so geschrieben, wie sie von der Stadt vorgeschlagen werden. Es gibt Städtenamen, die einfach falsch geschrieben werden. Wir haben uns die Sucheingaben bei Google angeschaut und festgestellt, dass Städtenamen häufiger falsch geschrieben werden als man denkt. Besonders acht bemerkenswerte Städtenamen haben wir hier zusammengestellt.

8. Abensberg

Die nieder-bayrische Stadt Abensberg, die etwa 30 Kilometer südwestlich von Regensburg liegt, wird fälschlicherweise Abendsberg geschrieben, was ja auf den ersten Blick auch irgendwie richtig aussieht. Ihren Namen verdankt sie jedoch der Abens, einem rechten Nebenfluss der Donau und nicht etwa einem abendlichen Berg. In Abensberg steht übrigens der zumindest bei Bierliebhabern bekannte Kuchlbauer Turm, ein Architekturprojekt des weltbekannten Künstlers Friedensreich Hundertwasser. Wenn Sie den Turm noch nicht kennen, vielleicht begeben Sie sich ja eines Abends mal auf die Reise … nach Abensberg.

7. Lörrach

Lörrach ist eine baden-württembergische Kreisstadt. Ja genau, Lörrach, mit Doppel-R. Eins der beiden R bleibt jedoch bei drei Prozent aller Suchanfragen auf der Strecke, gesucht wird also stattdessen nach Lörach. Ist das vielleicht eine Verwechslung mit dem alemannischen Namen der Stadt, Lörech? Beim Alemannischen handelt es sich um einen in Baden-Württemberg oft gesprochenen Dialekt, der für Unkundige sehr schwer zu verstehen ist und wie eine komplett fremde Sprache klingt. Im Hochdeutschen wird die direkt am Dreiländereck Deutschland – Frankreich – Schweiz gelegene 50.000 Einwohnerstadt jedoch mit Doppel-R geschrieben.

6. Rudolstadt

Na, welcher Buchstabe fehlt da? Rudolfstadt gibt es zwar wirklich, aber die Stadt liegt in der Tschechischen Republik. Die an der Saale gelegene Stadt in Thüringen dagegen heißt wirklich Rudolstadt, regional wird sie auch Rudelstadt oder im Dialekt Rolschte genannt. Einem Rudolf verdankt die Stadt aber trotzdem ihren Namen, denn bei der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 776 hieß die Stadt noch Rudolfestat, was soviel wie Siedlungsstätte des Rudolf bedeutete, jedoch ist das F im Laufe der Jahre verloren gegangen.

5. Bremerhaven

Jetzt werden einige sagen: Aber Hafen schreibt man doch mit F! Richtig. Das beschauliche Bremerhaven schreibt man aber mit mit V. Hier wird wie in den Städtenamen Cuxhaven oder Wilhelmshaven der altdeutsche Einschlag sichtbar, als man noch „haven” schrieb. Besonders deutlich wird das bei der Schreibweise der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, die auf Dänisch København – also mit V – geschrieben wird. Die Seestadt, wie das direkt an der Wesermündung gelegene und zu Freien Hansestadt Bremen gehörende Bremerhaven sich selbst nennt, hält sich da also eher an die traditionelle Schreibweise.

4. Abenberg

Hier läuft man nicht nur Gefahr, nach Abendberg zu suchen, nein, jetzt kann man auch noch Abensberg mit Abenberg verwechseln. Oder Abendberg und Abendsberg? Die Verwirrung ist perfekt. Abenberg liegt in Mittelfranken etwa 25 Kilometer südwestlich von Nürnberg. Der Name des kleinen 5.000 Einwohnerstädtchens am nördlichen Rand des fränkischen Seenlands hat ebenfalls nichts mit einem Abend zu tun, vielmehr leitet sich der Ortsname her aus dem Wort Berg und dem Personennamen Abo. Abenberg bedeutet also soviel wie Siedlung zum Berg eines Mannes namens Abo. Kommen Sie noch mit?

3. Berlin-Neukölln

Nein, Berlin schreiben alle noch weiterhin Berlin. Doch mit dem Berliner Stadtteil Neukölln tun sich die Nutzer noch etwas schwer: Wer Neukölln hört, der denkt an Köln am Rhein und vergisst dabei schnell mal ein L. Aber keine Angst, der Kölner Dom muss nicht umziehen, denn Neukölln hat überhaupt nichts mit Köln zu tun. Cölln war vielmehr der Name einer Stadt, die auf einer Spreeinsel gegenüber dem mittelalterlichen Berlin lag. Im Spätmittelalter wuchsen die beiden Städte zu der Doppelstadt Berlin-Cölln zusammen, aus der sich schließlich die heutige Landeshauptstadt Berlin entwickelte. Im 19. Jahrhundert umfasste der Berliner Stadtteil Cölln die gesamte Spreeinsel, im Jahr 1920 ging er jedoch im neugegründeten Bezirk Berlin Mitte auf. Neu-Cölln, das bis 1912 Rixdorf hieß, erhielt seinen Namen, da es nahe der Neu-Cöllner Siedlungen lag, die südlich des alten Berlin-Cölln entstanden waren. Und Rixdorf brauchte einen neuen Namen, da es sich einen zweifelhaften Ruf als Zentrum frivoler Unterhaltungskünste erarbeitet hatte, der dem Ort in den Augen vieler Bürger ein äußerst negatives  Erscheinungsbild gab. Getreu dem Motto „neuer Name, neues Image” wurde der Name also von Rixdorf in Neukölln geändert, womit auch das leicht anrüchige Schmuddel-Image abgelegt werden sollte.

2. Hemmoor

Hemmoor ist ein Ort, dessen Namen selbst die Einwohner oft falsch schreiben. Kann man da überhaupt noch von einem Fehler sprechen oder kann man hier Sprache im Wandel erleben? Zwei M, zwei O und das direkt hintereinander, da kann schon mal ein Buchstabe auf der Strecke bleiben. Die Kleinstadt im Landkreis Cuxhaven, die zwischen Cuxhaven und Stade am Westufer der Oste liegt, war lange Zeit Sitz einer der weltweit größten Firmen der Zementproduktion, aus der unter anderem der Zement für bekannte Bauten in der Hansestadt Hamburg stammt, so zum Beispiel der alte Elbtunnel von 1911, das Chilehaus von 1924 und das Hotel Atlantic aus dem Jahre 1909. Aber auch der Zement für den Sockel der amerikanischen Freiheitsstatue soll aus Hemmoor stammen, obwohl es historisch darüber Uneinigkeiten gibt. Grund genug, sich zu merken, dass man Hemmoor (noch) mit Doppel-M und Doppel-O schreibt, ist es allemal.

1. Haßloch

Haßloch in Rheinland-Pfalz ist unser persönlicher Liebling. Im Fall der 20.000 Einwohner zählenden Gemeinde nahe dem Ballungszentrum Mannheim/Ludwigshafen kann sich hier die neue Rechtschreibung einfach nicht durchsetzten: Haßloch wird weiterhin mit scharfem S statt mit Doppel-S geschrieben. Der als staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort touristisch nicht unbedeutende Ort wird auch oft als „größtes Dorf von Rheinland-Pfalz“ bezeichnet, zum einen da die verbandsfreie Gemeinde keine Stadtrechte besitzt und zum anderen, weil die alten Fachwerkhäuser, die liebevoll restaurierten Höfe und die gemütliche Geschäftigkeit des Ortes eher an ein Dorf als an eine Stadt erinnern. Mit dem Namen „Hasalaha”, unter dem Haßloch in den Jahren 773 und 774 erstmals urkundlich erwähnt wurde, hätte es aber vermutlich noch mehr schriftsprachliche Verwirrungen gegeben als mit der heutigen Uneinigkeit über ß oder Doppel-S.

Haßloch ist seit 1986 das Forschungsgebiet der Gesellschaft für Konsumforschung GfK. Keine andere Stadt in Deutschland ist so perfekt durchschnittlich wie Haßloch. In Haßloch gibt es daher Produkte in den Supermärkten zu kaufen, die es eigentlich noch gar nicht im Handel gibt. Auch auf manchen Fernsehgeräten werden den Haßlochern eigene Fernsehspots vorgespielt, die nur sie sehen.

Welche Städtenamen kennen Sie, die auch ganz oft falsch geschrieben werden? Wir freuen uns über Ihren Vorschlag

„Ich bin ja nicht nach Berlin gekommen, um mit meiner Frau Ameisen zu zählen.”

“Zu den Zierden Deutschlands gehören seine Städte. Unter ihnen ist Berlin weder die älteste noch die schönste. Unerreicht aber ist seine Lebendigkeit.” – Richard von Weizsäcker

Mit Richard von Weizsäcker verliert Berlin einen seiner größten Mitbürger. Er sei 1994 nach Berlin gekommen, um sich am hiesigen Leben zu beteiligen – menschlich, kulturell und politisch, so der Staatsmann beim Einzug in die Dahlemer Privatgemächer. Und dass das keine leeren Worte waren, bewies er auf zahlreichen Premieren, Konzerten und Empfängen der Berliner Gesellschaft. „Zu den Zierden Deutschlands gehören seine Städte. Unter ihnen ist Berlin weder die älteste noch die schönste. Unerreicht aber ist seine Lebendigkeit.”, schwärmte  – Richard von Weizsäcker einst über seine Stadt.

Das Ehepaar wurde mitte der 90er Jahre zu Berlins prominentensten Neubürgern. Als Staatsoberhaupt außer Dienst bezieht Richard von Weizsäcker sogar ein Büro im Magnus-Haus am Kupfergraben gegenüber dem Pergamon-Museum. Schon im 19. Jahrhundert wohnte, forschte und lehrte der Physiker Heinrich Gustav Magnus an diesem ehrwürdigen Ort. Auch nach seiner Zeit als Bundespräsident verstummte sein Schaffen nicht. Seine Meinung wurde nach wie vor geschätzt und er erhielt weitere Auszeichnungen, wie den Mendelssohnpreis im Jahre 2013.

Am 31. Januar 2015 starb Richard von Weizsäcker, er hinterlässt wunderschöne Erinnerungen an ein Jahrhundert des Grauens, des Wandels und der Hoffnung. Vielen Dank Herr Weizsäcker für Ihren Verdienst an der Bundesrepublik.

Jetzt wird‘s brenzlig – die Feuermelderpflicht kommt

Ein Wohnungsbrand kann jederzeit ausbrechen und besonders des Nachts, wenn im Schlaf die Rauchgase nicht bemerkt werden, wird es gefährlich. In Deutschland verlieren jährlich bis zu 500 Menschen bei Wohnungsbränden ihr Leben, viele weitere werden verletzt oder verlieren ihr gesamtes Hab und Gut. Angesichts dieser Zahlen ist es für die Feuerwehren, aber auch die großen Versicherungsverbände seit langem nicht nachvollziehbar, warum im sonst so sicherheitsbewussten Deutschland keine allgemeine Rauchmelderpflicht herrscht.

Aber in den letzten Jahren ist Bewegung in das Thema gekommen und in diesem Jahr gehen viele Bundesländer den letzten Schritt und führen eine flächendeckende Rauchmelderpflicht für Wohnungen ein. Noch sind die Regelungen uneinheitlich, in einigen Bundesländern besteht die Pflicht, Rauchmelder in allen Wohnungen, also auch in Altbauten, zu installieren, bereits, in anderen wird sie in diesem oder den kommenden Jahren eingeführt und in einigen Ländern herrscht noch keine Rauchmelderpflicht.
Hier sehen Sie, welche Bestimmungen für Ihr Bundesland gelten:

Länder mit bereits bestehender Rauchmelderpflicht:

  • Baden-Württemberg, für Neu-und Umbauten bereits seit 2013, für bestehende Wohnungen bis zum 31.12.2014
  • Hamburg, für Neu-und Umbauten bereits seit 2006, für bestehende Wohnungen bis zum 31.12.2010
  • Hessen, für Neu-und Umbauten bereits seit 2005, für bestehende Wohnungen bis zum 31.12.2014
  • Mecklenburg-Vorpommern, für Neu-und Umbauten bereits seit 2006, für bestehende Wohnungen bis zum 31.12.2009
  • Rheinland-Pfalz, für Neu-und Umbauten bereits seit 2003, für bestehende Wohnungen bis zum 12.07.2012
  • Schleswig-Holstein, für Neu-und Umbauten bereits seit 2005, für bestehende Wohnungen bis zum 31.12.2010

Länder in denen die Rauchmelderpflicht in diesem oder den kommenden Jahren eingeführt wird:

  • Bayern, für Neu-und Umbauten bereits seit 2013, für bestehende Wohnungen bis zum 31.12.2017
  • Bremen, für Neu-und Umbauten bereits seit 2010, für bestehende Wohnungen bis zum 31.12.2015
  • Niedersachsen, für Neu-und Umbauten bereits seit 2010, für bestehende Wohnungen bis zum 31.12.2015
  • Nordrhein-Westfalen, für Neubauten bereits seit 2013, für bestehende Wohnungen bis zum 31.12.2016
  • Sachsen-Anhalt, für Neu-und Umbauten bereits seit 2009, für bestehende Wohnungen bis zum 31.12.2015
  • Thüringen, für Neu-und Umbauten bereits seit 2008, für bestehende Wohnungen bis zum 31.12.2018

Einzig in Berlin, Brandenburg und Sachsen besteht derzeit noch keine Rauchmelderpflicht, im Saarland bezieht sich die Rauchmelderpflicht nur auf Neu- und Umbauten, die nach dem 18.02.2004 erstellt wurden. Allerdings ist bereits absehbar, dass die Landesregierungen nachziehen werden und auch in diesen Bundesländern über kurz oder lang eine Rauchmelderpflicht eingeführt werden wird.
Einig sind sich die Länder darin, wo die Rauchmelder zu installieren sind: in Schlafzimmern, Kinderzimmern und Fluren, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen. Mit Aufenthaltsräumen sind hier alle Räume gemeint, in denen man sich in der Wohnung aufhält, wie zum Beispiel das Wohnzimmer. Führt ein Flur nur zu einer Vorratskammer, einer Waschküche oder einem Kellerraum, muss dort nicht extra ein Rauchmelder installiert werden.
Einigkeit herrscht in der Gesetzeslage ebenfalls darüber, dass der Eigentümer beziehungsweise der Vermieter für den Einbau der Rauchmelder zuständig ist.
Bei der Frage, wer für die Betriebsbereitschaft der Rauchmelder zuständig ist, scheiden sich die Geister allerdings wieder.
Nachfolgend sehen Sie eine Auflistung der Länder, in denen der Mieter, Pächter bzw. der unmittelbare Nutzer der Wohnung für die Betriebsbereitschaft des Rauchmelders zuständig ist:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Bremen
  • Hessen
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Schleswig-Holstein

In den anderen Ländern obliegt es dem Eigentümer beziehungsweise dem Vermieter, für die Betriebsbereitschaft des Rauchmelders zu sorgen.
Die Rauchmelderpflicht bezieht sich außerdem nicht nur auf vermietete, sondern auch auf vom Eigentümer selbst bewohnte Wohnungen.
Versäumt der Vermieter die von dem Gesetz zur Rauchmelderpflicht vorgesehen Fristen zum Einbau der Rauchmelder, kann das böse Folgen haben. Zwar wird es keine flächendeckende Kontrolle geben, jedoch droht bei bekanntgewordenem Verstoß gegen die Rauchmelderpflicht ein empfindliches Bußgeld, das in seiner Höhe wiederum von Land zu Land variiert und zwischen 50.000 und mehreren 100.000 Euro liegt. Noch schlimmer wird es allerdings im Fall eines Brandes, kommt beispielsweise ein Mieter durch einen nächtlichen Brand ums Leben und kann nachgewiesen werden, dass der Todesfall durch einen Rauchmelder hätte verhindert werden können, so drohen dem Vermieter bis zu fünf Jahre Haft wegen fahrlässiger Tötung. Aber auch Verletzungen der Mieter oder Sachbeschädigungen an ihrem Eigentum, die sich durch einen Rauchmelder hätten vermeiden lassen, können zu strafrechtlichen Konsequenzen für den Vermieter führen.
Die Feuerwehren, Eigentümer- und Versicherungsverbände sowie die Länder setzen daher auf die Vernunft und Einsicht der Eigentümer.
Schließlich geht es bei der Rauchmelderpflicht nicht nur darum, einem abstrakten Gesetz Genüge zu tun, sondern durch den Einsatz eines Rauchmelders können aktiv Leben gerettet und schwere Verletzungen vermieden werden.

Während des Schlafs wird der Brandgeruch nicht wahrgenommen und es genügen bereits zwei tiefe Atemzüge, um eine Bewusstlosigkeit herbeizuführen, zwei weitere Atemzüge können zum Tod führen. Daher ist ein Rauchmelder oft die letzte Rettung für die Bewohner einer brennenden Wohnung. Sein durchdringender Piepton, der schon auf kleinste Rauchpartikel in der Luft reagiert, weckt die Bewohner und bewahrt sie so davor, im Schlaf an den tödlichen Rauchgasen zu ersticken. Auch in Kinderzimmern, wo es immer wieder vorkommt, dass Kinder mit Feuer spielen und zündeln, ist ein Rauchmelder ein absolutes Muss, um rechtzeitig reagieren zu können und die Kinder in Sicherheit zu bringen. Schlimme Brandkatastrophen der letzten Jahre haben immer wieder gezeigt, dass für die Kinder, obwohl sie nicht allein im Haus waren, die Hilfe trotzdem zu spät kam, weil der Brand von den Eltern zu spät bemerkt wurde.
Aus diesem Grund ist es durchaus empfehlenswert, Wohnungen auch in den Bundesländern, in denen die Rauchmelderpflicht nicht oder noch nicht gilt, mit Rauchmeldern auszustatten und zwar besser heute als morgen, denn wann ein Feuer ausbricht, kann man natürlich nie vorhersagen.

Deutschland ist übrigens international nicht das Schlusslicht was die Rauchmelderpflicht angeht, im Nachbarland Österreich gilt die Pflicht nur für Neubauten, die Schweiz kennt gar keine gesetzliche Rauchmelderpflicht und in Luxemburg beschränkt sich die Rauchmelderpflicht auf öffentliche Einrichtungen wie Kindergärten oder Sporthallen. Von den Wohnungen sind dort nur etwa 10 % mit Rauchmeldern ausgerüstet, während es in Deutschland immerhin bereits mehr als die Hälfte, nämlich 59 % sind.
Ist ein Rauchmelder installiert, ist es natürlich auch wichtig, dass er reibungslos funktioniert. Daher sollte man beim Kauf eines Rauchmelders unbedingt auf die Qualität achten. Der Rauchmelder sollte immer eine CE-Kennzeichnung sowie eine Zertifikatsnummer und die Angabe EN 14604 aufweisen, damit sichergestellt ist, dass das Gerät von einem unabhängigen Prüfinstitut getestet wurde. Feuerwehren raten außerdem, beim Rauchmelder eher zu einem teureren Markenartikel zu greifen, nicht etwa weil die billigeren Geräte nicht funktionieren würden, sondern weil sie oft Fehlalarme auslösen, die schlußendlich dazu führen, dass sie ausgeschaltet oder wieder abgebaut werden und dann in einer Schublade ihr Dasein fristen.
Rauchmelder sind in Baumärkten und Fachmärkten erhältlich, in den meisten Gemeinden bietet die Feuerwehr eine Beratung und Informationsmaterial zum Thema Rauchmelder an.